Merkblatt für Studierende

Referate – Seminararbeiten


Referate und schriftliche Seminararbeiten erfüllen über den formalen Leistungsnachweis hinaus einen doppelten Zweck. Zum einen dienen Referate als Grundlage von Seminardiskussionen, zum anderen geben schriftliche Seminararbeiten Ihnen, den Studierenden, die Gelegenheit, sich durch die Vertiefung in ein wissenschaftliches Detailproblem ein bestimmtes Maß an fachlicher Kompetenz anzueignen. Bei der Anfertigung von Referaten und Seminararbeiten sind folgende Punkte zu beachten:
  1. In der Regel gibt es zwei Wege der Themenfindung:
    a) Ihnen wird zu Beginn der Lehrveranstaltung eine Liste mit Themen zur Auswahl vorgelegt.
    b) Ihre Themenfindung erfolgt im Dialog mit dem/der Betreuerin.
  2. Behalten Sie das Thema Ihres Referats bzw. Ihrer Seminararbeit immer im Auge, d.h. vermeiden Sie unnötige Wiederholungen und unreflektiertes Nacherzählen. Versuchen Sie, bereits gewonnene Seminarergebnisse zu berücksichtigen und verbinden Sie Ihre Ausführungen sinnvoll mit der Gesamtkonzeption der Lehrveranstaltung.
  3. Wichtigster Bezugsgegenstand von Referat und Seminararbeit ist das jeweilige Quellenmaterial bzw. die Primärliteratur, wobei es sich um theoretische, literarische und um konzeptionelle Texte (z.B. Lehrmaterial) handeln kann, aber auch um soziolinguistische Erhebungen und andere empirische Datensammlungen (z.B. Fragebögen). Lesen Sie das Quellenmaterial gründlich, d.h. wiederholt.
  4. Gliedern Sie Ihr Referat bzw. Ihre Seminararbeit so logisch und transparent wie möglich in einzelne Abschnitte bzw. Kapitel, um es dem Zuhörer bzw. dem Leser zu ermöglichen, Ihren Gedankengang nachzuvollziehen. Legen Sie Wert auf Anschaulichkeit und Systematik. Geben Sie einleitend kurze Hinweise zu Ihrer Vorgehensweise, zum Forschungsstand und zum von Ihnen bearbeiteten Quellenmaterial. Erläutern Sie immer zentrale Begriffe, mit denen Sie operieren. Fassen Sie Ihre Ergebnisse am Ende von Referat bzw. Seminararbeit zusammen.
  5. Die Benutzung von Sekundärliteratur ist sowohl für Ihre eigene Kompetenzerweiterung unerlässlich als auch für eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Quellenmaterial. Beziehen Sie neueste Forschungsergebnisse in Ihre Arbeiten ein, aber achten Sie auch darauf, Distanz gegenüber referierten „fremden“ Meinungen zu wahren. Literaturgeschichten bzw. Lexika sollten nur in Ausnahmefällen als wissenschaftlich „letzte“ Instanz betrachtet werden.
  6. Es empfiehlt sich, vor der Lektüre der Sekundärliteratur eigene Hypothesen aufzustellen. Dies erleichtert die Auswertung wissenschaftlicher Texte, weil eine den Thesen entsprechende Vorauswahl getroffen werden kann. Bedenken Sie, daß Ihre Vermutungen jederzeit offen für Korrekturen durch relevante Forschungsergebnisse sein sollten.
  7. Unterscheiden Sie sowohl im Referat als auch in der Seminararbeit streng zwischen dem, was Sie sich zur eigenen Klärung erarbeitet haben, und dem, was für Ihre wissenschaftliche Darstellung von Bedeutung ist. D.h. verzichten Sie z.B. in der Literaturwissenschaft weitgehend auf ausschweifende biographische Hinweise zum Autor und die bloße Wiedergabe von Handlungsabläufen. Eine ausführliche Schilderung der eigenen Vorarbeiten ist ebenso zu vermeiden.
  8. Trennen Sie in Referat und Seminararbeit stets deutlich a) die Thesen und Inhalte, die Sie aus „fremdem“ Material referieren, von b) Ihren eigenen Interpretationen. Kennzeichen Sie in der Seminararbeit übernommene Aussagen als Zitate und belegen Sie diese durch Quellenverweise (z.B. Fußnoten). Das gilt auch für die Textübernahme aus dem Internet. Vermeiden Sie überlanges Zitieren sowohl aus der Primär- als auch der Sekundärliteratur. Zitieren Sie aus den von Ihnen behandelten Texten im Original.
  9. Das Thesenpapier für ein Referat sollte 1 bis max. 3 Seiten nicht überschreiten. Es dient als Grundlage für die Diskussion. Die Redezeit beträgt – wenn nicht anders vereinbart – zwischen 20 und max. 40 Minuten. Die Präsentation des Referats kann ggf. durch Tafel, Polylux bzw. Overhead-Projektor, Tischvorlagen, Audio&Video, Multimedia unterstützt werden.
  10. Eine Seminararbeit sollte im PS zirka 10-15, im HS zirka 15-20 Seiten umfassen. Für ihre Anfertigung ist – bei durchschnittlicher Auslastung durch andere Lehrveranstaltungen – ein Zeitraum von 4 bzw. 8 Wochen einzuplanen. Generell kann zur Fertigstellung der Seminararbeit die an das jeweilige Semester anschließende lehrveranstaltungsfreie Zeit genutzt werden. Soweit nicht anders mit dem/der Betreuerin vereinbart liegt der Abgabetermin in der ersten Woche des Folgesemesters. Im Falle einer anschließenden Prüfung muß die Arbeit 14 Tage vor Ablauf der Anmeldungsfrist dem/der Betreuerin vorliegen.
  11. Zu den unbedingt einzuhaltenden formalen Kriterien beim Verfassen einer Seminararbeit gehören folgende redaktionelle Standards: 1. Geben Sie einen computergestützt angefertigten Ausdruck ab. 2. Rechtschreibung und Grammatik müssen dem gültigen Standard entsprechen. Nichtmuttersprachlern wird dringend empfohlen, Ihre Texte durchsehen zu lassen. 3. Der Zeilenabstand sollte 1,5 nicht überschreiten. 4. Ein 3 cm breiter Rand ist einzurichten. 5. Entwerfen Sie ein übersichtliches Deckblatt (Universität, Institut, Titel der Seminararbeit, Betreuer, Lehrveranstaltung, Matrikelnummer, Anschrift des Verfassers/der Verfasserin). 6. Entscheiden Sie sich für eine einheitliche Zitation. 7. Vergessen Sie nicht Inhalts- und Literaturverzeichnis.
  12. Nutzen Sie die Sprechstunden an Ihrem Lehrstuhl und fordern Sie von Ihrem/Ihrer Betreuerin ein „Feedback“ auf Ihre Arbeit. Wissenschaftliches Schreiben ist ein Lernprozeß, bei dem Sie an der Universität Unterstützung finden.

Lektüreempfehlungen

KÜPPER, Stephan/ SOLDAT, Cornelia: Wie gestalte ich eine wissenschaftliche Hausarbeit? Eine Handreichung für Studentinnen und Studenten. Berlin 1996.

HEYL, Sonja: Gestaltung sprachwissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der Slawistik. Berlin 1996.

ECO, Umberto: Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt. Heidelberg 1998 (7. Auflage).

RÜCKRIEM, Georg/ STARY, Joachim/ FRANCK, Norbert: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. Stuttgart 1997 (10. Auflage).

KRUSE, Otto: Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. Frankfurt a.M. 1999 (7. Auflage).

DIETZE, Lutz: Mündlich: ausgezeichnet. Informationen, Tipps und Übungen für ein optimales Examen. Berlin 2000.

Hinweise finden Sie z.B. auch im Internet: http://www2.hu-berlin.de/romanistik/index.html


Stand: 10.07.2002

 

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zuletzt geändert: 21.05.08 WS
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