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Abb.: Plural Berlin, Ary Lieberwirth

CC-BY-NC-ND

Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Slawistik und Hungarologie

Profil

Das "Leitmotiv" unserer Forschung bildet das Verhältnis zwischen empirischen sprachlichen Phänomenen und linguistischer Theoriebildung , vor allem mit Blick auf die westslawischen Sprachen, aber auch darüber hinaus. Dabei untersuchen wir eine Vielfalt von Themen, die von aktuellen Methoden des Fremdsprachenlernens bis hin zur historischen Syntax reichen. Zur Groborientierung lassen sich die meisten Themen den Bereichen Digital Humanities, Sprachsystem und Mehrsprachigkeit zuordnen.

 
Sprachtechnologie und Korpuslinguistik 

Hier arbeiten wir aktuell an 

  • digitalen historischen Korpora slawischer Sprachen (Roland Meyer & Aleksej Tikhonov, DFG/AHRC-Projekt)
  • einem transkribierten Sound-Korpus von Dialogen russischer Herkunftssprecher*innen (Christoph Demian & Roland Meyer et al., DFG-Projekt Register)
  • einem Sound-Korpus von Dialogen polnischer und tschechischer Herkunftssprecher*innen (Christoph Demian & Roland Meyer)
  • Registeranalysen (Multidimensional Scaling) für Russisch und Tschechisch (Christoph Demian, Roland Meyer & Aleksej Tikhonov et al., DFG-Projekt Register)
  • Analyse und Edition historischer tschechischer Texte aus Berlin-Neukölln (Robert Hammel, Roland Meyer & Aleksej Tikhonov, VW-Projekt Czexile)
  • einem Korpus russischer Prosa für Digital Humanities (Maria Warkentin & Lina Mjeidel)
 
Autoren- und Schreiberidentifikation historischer tschechischer Handschriften

In einem Kooperationsprojekt mit dem Fraunhofer IPK Berlin und der MusterFabrik, gefördert von der Volkswagenstiftung im Programm "Mixed Methods", untersuchten wir den Ursprung und die  Überlieferungsgeschichte historischer tschechischer Handschriften des 18./19.Jh. aus Berlin-Neukölln. Dabei ergänzten sich Machine Learning-Verfahren und Clustering nach linguistischen Merkmalen (Klaus Müller, Aleksej Tikhonov, Robert Hammel & Roland Meyer). Besonders wichtig und fruchtbar war dabei auch die Zusammenarbeit mit dem Archiv im Böhmischen Dorf (Stefan Butt). Ein aktuelles Produkt ist die Dissertation von Aleksej Tikhonov.

 

Sprachlehrmaterialien und Fremdsprachendidaktik

Am Fachgebiet werden multimediale und digitale Lehrmaterialen zum Polnischen (Jan Conrad) und Tschechischen (Denisa Lenertová) entwickelt, aktuell startet dazu ein Projekt. Auch klassische Lehrwerke in Buchform zum Tschechischen (Hana Adam & Robert Hammel et al.) und zum Slowakischen (Jana Kamanová) werden verfasst.

 
Diachrone Syntax slawischer Sprachen

In einem DFG-Projekt zu "Korpuslinguistik und diachrone Syntax: Subjektkasus, Finitheit und Kongruenz in slawischen Sprachen" haben wir untersucht, wie sich verschiedene Passiv- und Impersonalkonstruktionen im Russischen, Polnischen, Ukrainischen und Bosnisch/Kroatisch/Serbischen historisch entwickelten (Berlin: Roland Meyer, Iryna Parkhomenko, Uliana Yazhinova & Aleksej Tikhonov / Regensburg: Björn Hansen).

Aktuell startet das DFG/AHRC-Projekt "History of Pronouns in Northern European Languages" (Oxford: David Willis / Berlin: Roland Meyer & Aleksej Tikhonov), das die Geschichte der Syntax und Pragmatik von Pronomina in keltischen und slawischen Sprachen im Vergleich mit germanischen Sprachen untersucht.

 

Phonologie und Morphologie des Polnischen 

Phonologische Regeln des Polnischen und anderer, nicht nur slawischer Sprachen werden u.a. mit psycholinguistischen Methoden erforscht und nach Prinzipien der modernen phonologischen Theoriebildung und der Distributed Morphology modelliert (Joanna Zaleska).

 

Sprachtypologie

Hier erforschen wir die Eigenschaften westslawischer Sprachen aus sprachvergleichender und typologischer Perspektive (Robert Hammel).

 

Sprachkontakt und slawisch-deutsche Mehrsprachigkeit

Der lange und teils sehr intensive Kontakt mit dem Deutschen zeigt sich in der Westslawia besonders an den zahlreichen Lehnwörtern, z.T. auch an lautlichen Veränderungen, und an verschiedenen syntaktischen Konstruktionen (haben-Perfekt, Verbstellung, Pronominagebrauch u.a.). Wir erheben nach einem etablierten psycholinguistischen Verfahren Dialogdaten mit Mehrsprachigen und werten sie sprachwissenschaftlich aus. (Christoph Demian & Roland Meyer).
 

Intonation und Pragmatik

Hier werden Phänomene wie Wortakzent, tonale Hervorhebungen im Satz und das Verhältnis zwischen Satzmelodie und Sprachverwendung untersucht (Robert Hammel & Roland Meyer). Im Oktober 2021 startet dazu ein neues DFG/GAČR-Projekt zum Thema "Questions and Statements in Slavic Languages" (Berlin: Roland Meyer / Prag: Radek Šimík).