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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Slawistik und Hungarologie

KOSMOS-Workshop "Bordering performances of violence and identity"

Humboldt-Universität zu Berlin, 05.-06.03.2019

 

Programm (in englischer Sprache)

 

Am 5. und 6. März 2019 findet ein von der Humboldt-Universität zu Berlin organisierter und von KOSMOS Workshops und der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) unterstützter Workshop statt, der Kunst, Aktivismus und Wissenschaft zusammenbringt, um Fragen zu Grenzen und Gewalt zu diskutierten.

Wir wollen Definitionen und Interpretationen von ‘border’ (Staatsgrenzen), ‘frontier’ (Grenzgebiet) and ‘boundary’ (Abgrenzung) analysieren und überprüfen, die in den Sozial- und Kulturwissenschaften angewendet werden. Deren Aufkommen zeigt, wie wichtig Grenzstudien für die Interpretation der Postmoderne sind. ‘Borderlands’ sind somit Orte und Symbole der Macht, beispielhaft dargestellt durch die extremsten Teilungselemente wie Wände, bewachte Türme oder Stacheldraht, die besondere Kennzeichen von Souveränität und Randzonen darstellen.

Dennoch sind die interessantesten Formen der Macht in den Grenzgebieten diejenigen, die unsichtbar sind oder keine materielle Existenz aufweisen, aber die Rolle von Grenzidentitäten bei der Stärkung nationalistischer Ideen und Selbstdefinitionsprozesse beleuchten können. Dies sind insbesondere Identitäts- und Gewaltperformances in den Grenzgebieten, die wir als vorrangiges Forschungsthema für die Workshops ausgewählt haben.

‘Borderlands’ werden als bedeutungsstiftende und bedeutungstragende Entitäten ins Auge gefasst, die oftmals (auch als Teile von Kultur- und Sprachgebieten) auf sehr unterschiedliche Weise über den Rahmen der Machtstruktur und politische bzw. soziale Kontexte hinausgehen.

Wir konzentrieren uns auf zwei verschiedene Foschungsperspektiven: a) einerseits auf die kritische Analyse der gewählten Beispiele von materieller und der nicht-materieller kultureller und gesellschaftlicher Produktion mit einer Überprüfung der tatsächlich gegebenen Landschaften der Grenzgebiete und b) andererseits auf rekonstuktive Mechanismen, die Elemente der Darstellung im kollektiven Gedächtnis nach den Konflikten untersuchen.

Durch die Analyse der Semantik von Erinnerungsorten und ‘Oral histories’ werden wir verschiedene Varianten von nationalen Narrativen und Identitätsdiskursen herausarbeiten. Diese Diskurse sollen auf eine synchrone Funktionalsierung untersucht werden.

Das Hauptthema des Workshops werden die Grenzregionen der Balkanländer sein, die in ethnischer, religiöser und sprachlicher Hinsicht durch Koexistenz einerseits und durch Spannungen andererseits gekennzeichnet sind. Der Forschungsschwerpunkt wird daher hauptsächlich auf sozialen Bewegungen, kulturellen Transformationen und organisierter Gewalt liegen, die in dieser Region durch die Schaffung von ethnonationalen Loyalitäten entstanden sind.